Tagebuch einer Frühchenmami – Guter Rat ist teuer und leider auch sehr selten!

Hallo Ihr Lieben,

als Fühchenmami hat man noch mehr Panik davor etwas falsch zu machen und ist noch stärker auf der Suche nach Rat und guten Tipps! Leider ist gerade zum Thema Frühchen guter Rat sehr selten.

Es fängt schon damit an, dass man beim Suchen von Frühchenbüchern nicht wirklich fündig wird. Die Einen sind brutal wissenschaftlich und ziehen einen, gerade in der Anfangsphase noch weiter runter. Die Anderen widerum sind sehr, sehr emotional und somit auch etwas, das man in solch einer Situation nicht wirklich gebrauchen kann. Aber man findet leider kein Buch, dass einem etwas bei der Hand nimmt und einem einfach eine Hilfestellung bietet bei alltäglichen Fragen, ohne gleich Panik zu verbreiten. In einigen Broschüren wird einem zum Beispiel geraten, dass man Hilfe aus seinem Umfeld annehmen soll, aber man am Anfang niemanden in die Nähe des Kindes lassen soll. OK, das heißt das Umfeld darf für einen kochen und putzen, muss aber dann sofort gehen!?! Ich habe diese Broschüren kurz vor Sophies Entlassung erhalten und saß nach lesen Dieser weinend auf der Toilette. Diese Heftchen haben mich so panisch gemacht, dass ich am liebsten noch ein paar Wochen länger in der Klinik geblieben wäre, aus Angst ich könnte es nicht hinbekommen.

Und so sollte es doch eigentlich nicht sein! Einfach nur ein Buch, dass einem in der schweren Krankenhauszeit aufbaut, ohne zu theatralisch zu sein. Realistische Tipps für die Anfangszeit zu Hause gibt und einen groben Überblick über die ersten Lebensjahre bietet. Natürlich nichts Genaues, denn jedes Frühchen ist anders! Einfach eine Hilfestellung, die vielleicht sogar zeigt, wie sich Frühchen welcher Woche, wie, wann entwickeln.
Also ihr Germanisten und Schriftsteller unter Euch, ich setze meine ganze Hoffnung auf Euch und hoffe, dass es bei meiner nächsten Schwangerschaft dann so ein Buch geben wird!!!

Aber auch im Alltag fühlt man sich häufig von seinem Umfeld missverstanden!
Häufig wenn ich nach der Schwangerschaftswoche gefragt werde, in der Sophie geboren wurde, höre ich danach so Sätze wie „Dann war sie ja schon richtig groß. Die Tochter eines Arbeitskollegen…“. Und man steht dann vor der großen Entscheidung der Person seine ganze Krankengeschichte aufzutischen oder mit dem Gefühl nach Hause zu gehen das Alles zu dramatisieren und mit seinen Gefühlen völlig zu übertreiben.

Aber es ist für Außenstehende anscheinend extrem schwierig nachzuvollziehen wie es Betroffenen nach solch einem Ereignis geht. Wir hatten am Samstag Frühchen-Café und es war sehr schön die ganzen anderen Frühchen wieder zu sehen und mal wieder mit den anderen Eltern reden zu können. Es war eigentlich unser komplettes Intensivzimmer da und es war sehr interessant, dass alle Frühchenmütter unheimliche Probleme damit haben das Ganze zu verarbeiten. Das gab mir sehr viel Kraft, denn es zeigte mir, dass ich nicht alleine mit meinen Gefühlen bin und es absolut in Ordnung ist diese zu haben. Es ist ja auch nicht so, dass ich weinend durch die Welt laufe, aber an manchen Tagen und in manchen Situationen holt es mich trotzdem immer wieder ein. Zum Beispiel, wenn ich jemanden unsere Geschichte erzähle oder wie am Wochenende, als Sophie so schön gespielt hat. Auf einmal sind die Tränen da und man kann einfach nichts dagegen machen!

Also habt etwas Verständnis für die Frühchenmütter in eurem Umfeld!
Ich weiß noch, wie ich kurz vor Sophies Entbindung stand. Ich lag seit 9,5 Wochen im Krankenhaus, hatte seit 3 Tagen Wehen und wollte einfach nur noch, dass es vorbei ist! Ich musste mir dann von ganz vielen Außenstehenden anhören, dass ich nicht so egoistisch sein soll und mal an Sophie denken soll, für die jeder Tag in meinem Bauch so wichtig sei. Ich war damals so sauer und enttäuscht, denn würde ich nicht an meine Tochter denken hätte ich nicht die wochenlange Tortur im Krankenhaus hinter mich gebracht. die Ärzte meinten dann zu mir, dass das ein Zeichen dafür sei, dass Sophie bald kommen würde. Sie würde mich damit auf die bevorstehende Entbindung vorbereiten. Tja, und 2 Tage später war sie da!

Manchmal muss man einfach auf seine Mutterinstinkte hören, denn damit liegt man meist richtig 😉

4 Gedanken zu “Tagebuch einer Frühchenmami – Guter Rat ist teuer und leider auch sehr selten!

  1. Vielen Dank für eure lieben Kommentare!

    @Simone: Vielen Dank für den Tipp! Das Buch hört sich sehr gut an und wird bei meiner nächsten Bestellung in den Einkaufswagen wandern!

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  2. Hallo Ela, ich war irgendwie mal zufällig auf Deinem Blog vor einer Weile … musste aber vergangene Woche noch mal an Dich denken, obwohl ich Dich gar nicht persönlich kenne, weil ich nämlich ein tolles Buch gelesen hat. „Wunderkinder“ heißt es, ist relativ neu erschienen und würde Dir sicher auch gefallen.

    LG – auch unbekannterweise –
    Simone

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  3. Hallo Ela, bin erst vor einigen Tagen auf deinen Blog gestoßen, und habe alle deine Einträge von deiner Schwangerschaft nach gelesen. Mir kamen die Tränen als ich deine Berichte gelesen habe. Ich find du bist eine sehr starke Frau, auch wenn du dich nicht immer so fühlst. Ich werde jetzt immer deine Berichte lesen und mich mit dir freuen oder auch traurig sein. Ich wünsche euch alles Gute mit der kleinen Sophie. Ganz liebe Grüße Gisela

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  4. Hallo Ela, bin erst vor einigen Tagen auf deinen Blog gestoßen, und habe alle deine Einträge von deiner Schwangerschaft nach gelesen. Mir kamen die Tränen als ich deine Berichte gelesen habe. Ich find du bist eine sehr starke Frau, auch wenn du dich nicht immer so fühlst. Ich werde jetzt immer deine Berichte lesen und mich mit dir freuen oder auch traurig sein. Ich wünsche euch alles Gute mit der kleinen Sophie. Ganz liebe Grüße Gisela

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