Tagebuch einer Frühchenmami – Im OP

Hallo,

habe ich Euch schon von meiner Entbindung berichtet?
Leider habe ich ja wieder einen Kaiserschnitt gebraucht, obwohl ich mich so dadrauf gefreut hatte es dieses Mal spontan zu versuchen. 4 Wochen vor dem Entbindungstermin war ich zum Geburtsplanungsgespräch in der Klinik und dort wurde mir dann von abgeraten. Ich war am Anfang sehr traurig, da ich mich ja so drauf gefreut hatte. Aber wir haben dann entschieden, dass ich es zwar auf Biegen und Brechen spontan versuchen könnte, uns aber die Gesundheit der Maus vorgeht und wir deshalb auf Nummer sicher gehen wollen. Obwohl ich zugeben muss, dass ich mich erst dazu entschlossen habe, als selbst meine Hebamme meinte, dass ich vielleicht doch lieber einen Kaiserschnitt machen lassen sollte. Denn sie ist eigentlich eine, die einen guten Mittelweg kennt und eher mal sagt, dass man was machen soll, wenn man es unbedingt möchte (siehe Frankfurt 😉  ). Und das selbst sie so entscheiden würde, hat mich doch etwas stutzig gemacht und mir gezeigt, dass es doch nicht so ungefährlich ist und dass es das einfach nicht wert ist!

Also ging das große Grüblen los, an welchem Tag die Maus geholt werden sollte. Denn man mag ja auch ein besonders schönes Datum haben. Den 24.06., den eigentlichen Entbindungstermin fand ich schon die ganze Zeit klasse. Der Termin sollte aber leider 1,5 Wochen vorher sein. Aus diesem Grund entschied ich mich schweren Herzens für den 12.06.. Das ist zwar nicht so toll wie der 24.06., aber dafür passt es zu uns, da all unsere wichtigen Daten eine 12 beinhalten. Da sieht man mal über was für einen Mist man sich Gedanken macht, wenn man keine anderen Probleme hat!

Nun war also das Datum gefunden und ich fand den Gedanken furchtbar vorher zu wissen, wann sie kommen wird. Das war mir viel zu früh, obwohl es ja eigentlich kurz vorm Entbindungstermin gewesen ist und ich für mich gesagt hatte, dass Emma ab dem 02.06. ruhig kommen darf. Aber nachdem ich dann das genaue Datum wusste, war mir das auf einmal zu früh.

Zu früh?!? Am Ende war ich froh, dass ich überhaupt den 12.06. erreicht habe. Denn ab dem 06.06. fing ich an wunderbare Senkwehen zu bekommen und diese zeigten starke Wirkung. Ich persönlich fand sie gar nicht soo schlimm, aber jedem, dem ich begegnete fragte mich mit großen Augen, ob es denn jeden Augenblick so weit sei. Und selbst Herr fliederfee bemerkte nach jedem Arbeitstag, dass mein Bauch wieder gesunken sei. Er war sich sogar so sicher, dass sich Emma früher auf den Weg machen würde, dass er an einem Abend seine Eltern schon mal vorsichtshalber alamiert hat und mit mir gewettet hat, dass wir an dem Wochenende ins Krankenhaus fahren werden. Was ja dann doch nicht der Fall gewesen ist!

Auch wenn ich persönlich die ganze Zeit gehofft hatte, dass sich Emma vielleicht doch früher auf den Weg machen würde (ich wollte zumindest ein einziges Mal in zwei Schwangerschaften richtige Wehen spüren), plante ich den großen Tag.

Herr fliederfee ist nicht immer so erfreut, wenn es um so Sachen wie Operationen und Blut geht. Er hat mich zwar immer tapfer Anatomie abgefragt (von sich aus!), aber auf das Durchtrennen der Nabelschnur hat er bereits im Vorfeld dankend seinen Verzicht geäußert.
Aus diesem Grund machte ich mir schon so meine Gedanken über den Kaiserschnitte. Denn solch ein OP mit der Maske und Haube, den komischen Geräuschen und Gerüchen ist nicht gerade jedermanns Sache. Ich wusste zwar, dass er auf jeden Fall meinetwegen mitgehen würde, aber ich wollte ehrlich gesagt nicht, dass er sich dazu so überwinden muss. Denn es sollte ja auch für ihn ein schönes Erlebnis werden.
Deshalb habe ich ihm vorgeschlagen, dass er nicht mit in den OP gehen muss. Er meinte zwar dann, dass er es meinetwegen auf jeden Fall machen würde, aber auch nicht traurig sei, wenn ich wirklich auf seine Anwesenheit verzichten würde.

So kam es, dass ich ein paar Tage vorher schöne Musik auf mein Pödchen lud und hofft, dass ich ein nettes OP-Team zum quatschen erwischen würde. Als wir diese Entscheidung meinen Eltern erzählten bod sich mein Papa sofort an, dass er mich doch begleiten könnte. Er war in wenigen Augenblicken so in seiner Tagesplanung versunken, dass er gar nicht dazu kam meine Antwort abzuwarten. Am Anfang war ich ehrlich gesagt auch gar nicht so sehr davon begeistert, aber je näher der Tag rückte, umso dankbarer war ich dafür.

Als wir dann am Morgen des 12. Juni 2013 in die Klinik gefahren sind, war ich so froh, dass mein Papa uns mit seiner entspannten Art beruhigte. Denn Herr fliederfee war mindestens genauso aufgeregt wie ich. Am Dankbarsten war ich jedoch, als ich auf dem OP-Tisch lag, denn ich wäre vor Aufregung am Liebsten weggerannt. Aber mein Papa unterhielt sich tapfer mit mir, auch wenn ich in der ersten Hälfte der OP zu angespannt und zu sehr mit dem erfühlen der einzelnen OP-Schritte beschäftigt war. Als Emma dann aber draußen war und mir sogar an die Wange gehalten wurde, schwebte ich auf Wolke 7 und konnte mich voller Freude mit ihm über Gott und die Welt unterhalten.

Das gesamte OP-Team hat sich sehr drüber gefreut, dass auch mal ein Opa mit im OP dabei ist. Sie meinten, dass gerne mal die Mutter oder Schwester mit dabei sein, aber den Papa würden die wenigsten mit in den OP mitnehmen. Ich fand es sehr schön ihn  mit dabei zu haben und er hat sich riesig drüber gefreut. Denn bei der Geburt von meiner Schwester und mir konnte er leider nicht dabei sein, weshalb es ihn so gefreut hat, dann wenigstens bei der Geburt seiner kleinen Enkelin mit dabei gewesen zu sein.

Als ich kurze Zeit später aus dem OP kam saß Herr fliederfee im Kreisssaal und knuddelte bereits mit unserer Emma. Da wusste ich, dass es auf jeden Fall die richtige Entscheidung gewesen ist, ihn nicht dazu zu überreden mit in den OP zu gehen und einfach seinen eigenen Weg zu gehen. Er musste sich zwar deshalb leider schon doofe Kommentare anhören, aber ich denke, dass das etwas ist, dass jede Familie für sich alleine entscheiden muss!

3 Gedanken zu “Tagebuch einer Frühchenmami – Im OP

  1. Danke schön ihr Beiden!

    @Nate: Es freut mich, dass Du ein tolles Team erwischt hattest, dass dich bei Laune halten konnte!
    Nach einem Kaiserschnitt sollte man eigentlich ungefähr 1 Jahr warten, um bei der 2. Schwangerschaft natürlich entbinden zu können. Es gibt zwar Kliniken, die es trotzdem versuchen, meine gehörte aber leider nicht dazu.
    Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass dieses Mal alles so kommt wie Du es möchtest!

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  2. Hallo!
    Ja das kenn ich auch, warten und warten .. und dann genau den TAg wissen.. mhm… ich war soooo nervös an dem Morgen, unvorstellbar!
    Mein MAnn kann auch nicht so mit blut etc,. und so nahm er Georg auch draussen in Empfang, und derweil ich wieder zugenäht wurde kümmerte er sich mit S Den Schwestern um den Lausi!
    Alle Achtung an deinen Vater!
    Hut ab!
    Ich hatte ein tolles Op Team, und einen gesprächigen NArkosearzt! Er hielt mich bei LAune!
    Wie ist es mit der NArbe etc. bei 2 Kaiserschnitten? Ich will ja auch noch ein BAby.. und wenns geht auch natürliche Geburt, aber man weiss ja nie… habe ich ja schon einmal erlebt das erstens nichts so kommt, und zweitens als man denkt-…. Lg NAte

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