Tagebuch einer Doppelmami

Manchmal fehlen einem einfach die Worte! Vor Trauer! Vor Fassungslosigkeit! Man bangt so lange für zwei kleine Kämpfer mit und ist am Boden zerstört, wenn das Schicksal so erbarmungslos zuschlägt! Nachdem so lange gekämpft wurde und es eigentlich so gut aussah. Man fragt sich so oft, warum das ausgerechnet jetzt, so kurz bevor man denn Mäusen hätte helfen können, geschehen musste. Und es macht einen fuchsteufelswild, wenn man dann auf der Straße einer rauchenenden Schwangeren begegnet, während jemand, der alles für seine Mäuse getan hat, soetwas durchmachen muss?!? 
Es macht einen so hilflos, wenn man eigentlich helfen möchte, aber nicht weiß wie. Denn alles was man sagen oder machen könnte, kann den Schmerz der Betroffenen eh nicht lindern. Man steht einfach nur da und weiß jetzt in etwa, wie sich das Umfeld gefühlt haben muss, als man selber im Krankenhaus lag.

Ich weiß, ich sollte das Schicksal anderer nicht so an mich ran lassen, aber manchmal überkommt es einem einfach, dass man wegen der Tragödie anderer tagelang weint und sich immer wieder fragt warum das geschehen musste?!? Sie befanden sich in einer sehr ähnlichen Situation wie wir damals, haben genauso gekämpft wie wir und befanden sich so kurz vorm Ziel. Und genau das ist das furchtbare an solch einer Situation: Man liegt da und weiß ganz genau, dass einfach nur eine Laune der Natur darüber entscheidet, ob dieser Alptraum ein Happy End haben oder zu einem noch viel größeren Alptraum werden wird.

Nachdem ich davon erfahren habe bin ich zu meinen Mäusen hochgegangen und habe sie ganz fest gedrückt. Sophie hat sich dann auch gleich nach ein paar Sekunden weggedrückt und ist spielen gegangen und ich habe gebetet, dass uns dieses unendliche Glück nie wieder verlassen wird!

Herr Fliederfee sagte mir etwas im Krankenhaus, dass ich sehr lange Zeit nicht verstanden habe und worauf ich zu Beginn am Boden zerstört gewesen bin. Er sagte, dass wenn es unsere kleine Sophie nicht schaffen wird, wonach es derzeit sehr stark aussieht, dann wollen wir ihr wenigstens diese kurze Zeit, die ihr auf Erden vergönnt ist so schön wie möglich gestalten, damit sie weiß, dass sie geliebt wird und dass wir sie immer lieben werden, egal was passiert.

Selbst jetzt kommen mir bei diesen Worten die Tränen, aber auf der anderen Seite ist es auch ein schöner Gedanke, wenn Kinder, selbst vor ihrer Geburt solch eine Liebe erfahren dürfen und Eltern haben, die so sehr für sie kämpfen und sie so unendlich lieben.

Aus diesem Grund drücke ich allen Eltern, die gerade für Ihre Babys kämpfen ganz fest die Daumen und wünsche ihnen alles Glück dieser Welt! Und für die vielen kleinen Sternchen zünde ich eine Kerze an und hoffe, dass sie in ihrem kurzen Dasein ganz viel Liebe erfahren durften!

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2 Gedanken zu “Tagebuch einer Doppelmami

  1. Ich wollte eigentlich nur schnell mal auf deinem Blog spiggeln, was du so magst, bevor ich mich an dein Geburtstagsgeschenk setze, JETZT sitzt ich mit Tränen in den Augen vor dem Rechner und basteln hat sich wohl für heut erledigt 😦

    Dennoch euch einen schönen Sonntag!
    Drück die Mäuse!

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