Tagebuch einer Doppelmami – Starke Nerven gesucht!

Als Mami braucht man vor allem eins: Starke Nerven!
Und als Doppelmami?!? Da benötigt man gleich eine Familienvorratspackung davon, denn wie sonst sollte man die ungeahnten Wutausbrüche einer 2,5-Jährigen überstehen! Und dabei dachte ich, dass es gar nicht mehr zu toppen sei. Aber nein, meine kleine Maus schafft es immer wieder mich zu überraschen.
Es hätte mich zwar auch überrascht, wenn sie mir auf einmal aus dem Wirtschaftsteil einer Tageszeitung vorgelesen hätte, aber meine Maus wollte lieber einen kompletten Einkauf in einem hiesigen Dorgeriemarkt durchschreien, weil die böse Mama sie nicht mit den Einkaufswagen-Autos hat fahren lassen. Und da haben auch keinerlei Erklärungsversuche oder ähnliches geholfen, sodass Emma und ich da leider irgendwie durch mussten. Zum Glück waren wir zu einem Zeitpunkt unterwegs, an dem die meisten Anwesenden solch ein  Theater selber schon einmal durchstehen mussten und mir dementsprechend aufmunternde und wissende Blicke zuwarfen.

Aber damit nicht genug hatte Mama die „tolle“ Idee gehabt ihrem kleinen Mädchen eine Sonnenbrille kaufen zu wollen. Als diese dann aber bezahlt werden musste ging das Geschrei wieder los und ich musste sie leider auch gleich wieder konfiszieren. Als sie sie dann das erste Mal anziehen durfte hat sie es auch gleich geschafft sie so zu verbiegen, dass sie ihr nicht mehr gefiehl. Sie sich also eine umstehende Einkaufstasche geschnappt und meinte so bepackt zu mir: Mama, Neue kaufen!

Neben einkaufen gehen hat Sophie allerdings noch eine weitere Leidenschaft: Den Spielplatz! Und dort vor allem die Rutsche! Und dabei ist es eigentlich völlig egal, ob diese groß, klein, gerade, um die Kurve gehend oder eigentlich nur für große Kinder gedacht ist. Meine Sophie will jede Rutsche rutschen, auch wenn der Aufstieg bis dorthin noch so schwierig ist. Das ist ihr völlig egal und wenn Mama und Papa nicht schnell genug mitkommen wird dieser halt auch mal alleine bewältigt.

So kam es auch, dass wir uns gestern mit Sophies Krabbelgruppen-Freund auf einem nahegelegenem Spielplatz getroffen haben. Am Anfang lief auch alles toll. Die Kinder spielten mit den Kleinkindergeräten und Emma saß im Sandkasten und buddelte sich ein, während die Mütter sich nett unterhalten konnten. Irgendwann wurde die Kleinkinderrutsche zu langweilig und es mussten die Geräte der „Großen“ ausprobiert werden. Und wie konnte es anders sein, als dass meine Sophie natürlich gleich zur großen Rutsche gedüst ist. Am Anfang war das auch kein Problem und während ich bei Emma geblieben bin, ist Sophie mit ihrem Krabbelgruppen-Freund und dessen Mama auf die Rutsche gegangen. Bei dieser Rutsche geht es eine große Treppe recht weit nach oben. Wenn man diese gepackt hat ist man zwar auf der Rutsche, aber dort muss man auch noch mal ein paar hohe Stufen hochklettern und an den Seiten befinden sich einige Öffnungen mit Seilen oder Stangen für „ganz große“ Kinder. So sind die Beiden dann schön unter Aufsicht gerutscht und alles war schön.

Etwas später wollten die Kleinen schaukeln, weshalb ich Emma zum Glück schon mal in den Kinderwagen verstaut hatte. Sophie kam nämlich sehr spontan auf die Idee, dass sie jetzt wieder rutschen möchte und ist ohne Rücksicht auf Verluste losgedüst und die Treppe hochgelaufen. Auf der Rutsche habe ich sie dann endlich eingeholt und bin mit ihr den Innenteil hochgelaufen. Dort ist sie dann auch brav gerutscht und alles war super. Bis am Fußende angekommen Sophie auf einmal die Idee hatte, dass es doch ganz toll wäre die Rutsche direkt wieder hochzuklettern. Und so ist trotz meines Schimpfens und Drohens Sophie die sehr große und lange Treppe wieder hochgeklettert. Ich muss dazu nicht erwähnen, dass die Rutsche ca. 3 Meter hoch ist und eine recht starke Biegung macht, an der die Rehling nicht wirklich hoch ist. Ich war so fertig und auch jetzt noch bekomme ich Schweißausbrüche und Herzrasen, wenn ich daran zurück denke. Sie hat es zwar richtig klasse gemacht, aber ich musste trotzdem mit ihr schimpfen, dass man das nicht machen darf und dass wir sofort nach Hause gehen würden, wenn sie noch einmal auf die Idee käme, diese Rutsche hochzusteigen.

Sie dann also brav runtergerutscht, als ich bemerke, dass Sophies Krabbelgruppen-Freund auch Richtung Rutsche steuert und die Treppe raufkommen möchte. Da er allerdings sehr schüchtern ist bleibt er vor der Treppe stehen und ich komme, um ihm zu helfen. Sophie gleich hinter ihm und ich laufe zur Sicherheit direkt hinter Beiden hoch. Oben angekommen kommt der sonst extrem schüchterne Krabbelgruppen-Freund auf einmal auf die Idee nach oben zu stürmen und in einem immensen Tempo in Richtung höchster Öffnung zu stürmen. Ich nur noch die völlig verdatterte Sophie zur Seite geschupst, einen Hechtsprung gemacht und direkt vorm Abgang den kleinen Herren am Kragen gepackt. Um dann gleich wieder nach hinten zu springen und zu kontrollieren, dass Sophie nicht durch die tiefere Öffnung fällt. Aber sie stand zum Glück in der Ecke und hat das Schauspiel entsetzt beobachtet.

Man kann meiner waghalsigen Maus zwar einiges vorwerfen, aber Leichtsinnigkeit ganz bestimmt nicht! Ich bekomme zwar öfter mal einen Herzinfarkt bei ihren Aktivitäten, aber sie verletzt sich trotzdem sehr selten (und wenn dann auch nur den ein oder anderen blauen Fleck) und es scheint, als könne sie Situationen extrem gut einschätzen und merkt einfach, wenn etwas gefährlich oder zu schwierig für sie sein könnte.
Wohingegen der arme kleine Kerl die Male davor gesehen hatte wie toll seine Mama genau diese Öffnung genommen hat, um auf dem Seil nach unten zu gleiten. Und das wollte er nun auch einmal versuchen, ganz zu meinem Leidwesen.

Irgendwie habe ich es dann geschafft die Kleinen heil auf den Boden zu bekommen, während ich kurz vor einem Nervenzusammenbruch stehend, vor Zittern kaum noch laufen konnte. Alle Umstehenden waren allerdings mehr als begeistert von meiner tollen Reaktionsfähigkeit. Ich glaube, dass muss man als Doppelmami einfach haben. Das Vermögen in sekundenschnelle entscheiden zu können welches Kind gefährdeter ist und sofort reagieren zu können.

Trotzdem habe ich jetzt erst einmal keine Lust mehr auf Kinderspielplätze und bin froh, dass ein verlängertes Wochenende auf uns wartet. Denn dann darf Herr Fliederfee Sophie aus brenzlichen Situationen retten, wärend ich gemütlich mit Emma im Sand spiele oder schon mal anfange zu kochen. Ich bin nämlich Produkttester und darf dieses Mal das tolle Kochmagazin deli testen! Die Rezepte darin sind super einfach und schnell zubereitet. Und soo lecker! Und da wir immer auf der Suche nach neuen, orginellen Rezepten sind genau das Richtige für uns.

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Ein Gedanke zu “Tagebuch einer Doppelmami – Starke Nerven gesucht!

  1. Hallo!

    ICh finde deine Geschichte wirklich sehr toll, obwohl es für dich wahrscheinlich nicht so prickelnd war 🙂
    Ja mit kleinen Kindern macht man schon was mit, aber ich glaube ohne die Kleinen würde es auf keinen Fall gehen!

    Schönes Wochenende!

    Liebe Grüße
    Birgit

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