Tagebuch einer Doppelmami – Ode an die Hebamme

Hallo,

heute schaffe ich es trotz Dienstes mal wieder Dienstags zu posten und ein mir sehr wichtiges Thema zu widmen: Den Hebammen!

Jeder kennt bestimmt die bereits seit Wochen laufende Diskussion und das Bangen, um die Zukunft der Hebammen. Im Rahmen dieser Diskussionen gab es auch zig Reportagen und Interviews, die den Alltag von Hebammen und Beleghebammen in Krankenhäusern, Geburtenhäusern und den freiberuflichen Hebammen zeigen.

Ich habe mich auch an diesen Protesten beteiligt, weil ich finde, dass jede Schwangere, jede frischgebackene Mami und vor allem jede Frühchenmami eine Hebammen haben sollte! Und ich finde, dass gerade für uns Frühchenmamis eine Hebamme besonders wertvoll ist und ich war so froh, sie bei Emma auch wieder gehabt zu haben, aber bei einem Frühchen ist das noch mal ganz war anderes.

Denn wer sonst ist für einen da, wenn einem im Krankenhaus zum zigsten Mal die Decke auf jeden Kopf fällt? Wer beruhigt einen, wenn man zum ersten Mal auf die Intensivstation geht und es einem das Herz zerreißt, wenn man das erste Mal sein kleines, winzigkleines Würmchen sieht und kängurun darf? Und wen darf man vor allem nach der Entlassung rund um die Uhr nerven, wenn man in der ersten Nacht panische Angst davor hat, dass das Mäuschen auf einem wieder einen Atemaussetzer hat und man es trotz Atemmatte nicht mitbekommt? Wer besucht einen sonst bereits am Tag der Entlassung und danach jeden Tag, auch wenn es gerade ein Sonntag ist? Wer kämpft sonst mit uns Eltern um jedes Gramm, das die kleinen Winzlinge zunehmen? Und wer nimmt manchmal die Zügel in die Hand und untersagt einem, im Gegensatz zu allen vorurteilsbehafteten Meinungen, sogar das Stillen, wenn sie sieht, dass es Mutter und Kind damit nicht gut geht?

Eine Hebamme ist immer für einen da, leitet an, beruhigt und unterstützt so, wie es für jede Familie am Besten ist. Sie ist frei von den vorherrschenden Meinungen, analysiert genau eine Situation und Familie und schafft es so Familien zu unterstützen und ihnen zu helfen ihren eigenen Weg zu gehen.

Ich hatte in beiden Schwangerschaften und die Zeiten danach einen solchen Engel, der uns durch alle Höhen und Tiefen gebracht hat. Die mit uns gelitten hat, als ich ins Krankenhaus gekommen bin und danach so lange für uns da war, wie wir sie gebraucht haben. Und gerade als Sophie damals aus dem Krankenhaus entlassen wurden, waren wir so panisch. Dieses kleine Wesen, dass noch nicht mal 3.000g schwer war kannten wir zwar bereits seit 9 Wochen, aber wir wussten auch, dass sie vor noch nicht mal 3 Wochen den letzten Atemaussetzer hatte und dass sie leider eine Trinkschwäche hatte. Aus diesem Grund waren wir zwar über glücklich unsere kleine Maus endlich mit nach Hause nehmen zu dürfen, aber vor allem waren wir sehr panisch! Aber unsere Hebamme kam jeden Tag vorbei und half uns, wo sie nur konnte. Und selbst wenn sie nicht da war, konnten wir sie jederzeit anrufen, wenn etwas sein sollte (was wir am Anfang leider auch häufiger mal in Anspruch nehmen mussten). Und als Sophie es auch nach 3 Wochen nach der Entlassung noch immer nicht geschafft hatte an der Brust zu trinken, war sie es, die meinte, dass ich abstillen soll, weil dieser Stress weder Sophie noch mir guttun würde. Wie sich im Nachhinein gezeigt hat, war das eine brillante Entscheidung für die ich ihr immer dankbar sein werde, auch wenn ich es in diesem Augenblick nicht war haben wollte und nur geweint habe!

Und auch in der zweiten Schwangerschaft hat sie meine Sorgen verstanden und mich vom positiven Schwangerschaftstest an begleitet. Auch dieses Mal hat sie es geschafft mich mit ihrer ruhigen und besonnen Art perfekt zu unterstützen und mir in jeder Lage zu helfen. Und auch als das große Wort „Kaiserschnitt“ im Raum stand, war sie es die mir geraten hat, dass das in meinem Fall das Beste für uns sei.

Und so sollte eine gute Hebamme sein! Sie sollte fern von allen vorurteilsbehafteten Gesellschaftszwängen einfach schauen, was das Beste für genau diese Familie ist! In unserem Fall hat es uns vor einer weiteren Krankenhauseinweisung von Sophie und vor einem erneuten dringlichen Kaiserschnitt bei Emma bewahrt.
Und deshalb finde ich, dass jede Schwangere das Recht auf eine Hebamme haben sollte und hoffe, dass dies auch in Zukunft der Fall sein wird!

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