Doppelmami on tour – Wir können alles {außer Hochdeutsch}!

Hallo Ihr Lieben,

Mir ist in der letzten Zeit wieder bewusst geworden, dass wir Mamis einfach alles schaffen können, was wir wollen! Wir machen es einfach und damit basta!

Als ich vor über 4 Jahren mitten im Studium unsere KleineFee erwartet habe, war ich ganz schön nervös und hatte große Bedenken, ob ich mein Studium mit einem Kind bewältigen kann. Vor 1,5 Wochen habe ich mein letztes Staatsexamen bestanden und konnte feststellen, dass ich es geschafft habe, sogar mit 2 Kindern und Haushalt, das Studium zu bewältigen. Wie ich das gemacht habe?!? Ich habe es einfach gemacht! Zum Einen ist es hilfreich, wenn man überhaupt keine Zeit hat, um genauer darüber nachzudenken und zum Anderen ist man mit Kindern im Nacken einfach wesentlich effektiver.

Dann sitzt man hochmotiviert und voller Arbeitsdrang in seinem ersten Vorstellungsgespräch vor lauter hoch angesehenen Professoren und das komplette Gespräch handelt eigentlich nur von seinen Kindern und der Kinderbetreuung. Das fand ich ehrlich gesagt in dieser Situation alles sehr suspekt. Ich habe in allen Punkten ehrlich geantwortet und dabei auch geschaut wie denn die jeweiligen Abteilungen zu mir und meinen Bedürfnissen passen würden. Ich habe dann zwar eine Absage aufgrund „meiner aktuellen Situation“ erhalten, aber ich selber habe ebenfalls einem Unternehmen abgesagt.

Daraufhin habe ich mich mal etwas umgehört und in einem Artikel von einer Mit-Mutter empfohlen bekommen, dass man bei seinen Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen seine Kinder am Besten gar nicht erwähnen sollte, weil die besagte Mutter der Meinung ist, dass man seine Kinder sonst zu seiner Schwachstelle machen würde!

Ganz ehrlich: Davon halte ich rein gar nichts!!! Gerade wenn man seine Kinder verheimlicht, macht man sie zur Schwachstelle! Ich will jetzt noch nicht mal darüber schreiben, was das für ein schlechter Start in ein Arbeitsverhältnis ist, wenn man so etwas Existenzielles verheimlicht. Es geht auch darum, dass der potentielle Arbeitgeber die Existenz der Kinder eh erfahren wird und dann zwar seine Fragen hat, aber man selber nicht die Möglichkeit hat darauf zu antworten und zu zeigen, dass man Kinder und Arbeit gut unter einen Hut bringen könnte.

Zusätzlich ist es ja auch so, dass man bei einem Bewerbungsgespräch die Möglichkeit hat, sich auch seinen potentiellen Arbeitgeber genauer anzuschauen. Gerade wenn von dieser Seite her eigenartige Fragen und  komische Kommentare kommen würde ich mir ganz genau überlegen, ob ich in solch einem Unternehmen überhaupt arbeiten möchte. Denn wir haben nun mal Kinder und es kommt einfach mal vor, dass man die Kinder mal aus der KiTa abholen muss oder sie krank sind {oder die KiTa wochenlang streikt}. Da kann man noch so motiviert und perfekt organisiert sein und noch so eine tolle Familie im Background haben, aber als Mutter ist das eben so. Und dann macht es Gewiss keinen Spaß in einem Unternehmen zu arbeiten, in dem einem dies negativ ausgelegt wird und es deshalb jedes Mal Ärger gibt. Ich muss gestehen, dass gerade aus den von mir genannten Gründen ein Unternehmen von mir eine Absage erhalten hat.

Und dann dürfen wir nicht vergessen, dass wir nicht alleine auf dieser Welt sind und es unseren Mit-Müttern mit unserem Verhalten noch schwerer machen. Denn wenn ein Chef mal eine Mutter hatte, die ihre Kinder unter den Tisch gekehrt hat oder ähnliches, wird dieser Chef auf andere Mütter bestimmt nicht mehr gut zu sprechen sein und unsere lieben Mit-Mütter haben es dann noch schwerer.

Last but not least sind meine Kinder für mich ehrlich gesagt das Wichtigste auf der Welt! Hört sich abgedroschen an, ist aber nun mal so. Und auch wenn meine Kinder jeden Tag in der Ganztagesgruppe des Kindergartens sind, denke ich öfters an sie und hoffe immer, dass es ihnen gut geht und sie einen schönen Tag im Kindergarten haben. An manchen Tagen zerreißt es mir fast das Herz, dass ich sie nicht immer um mich haben kann und ich sage ihnen fast täglich wie wichtig sie mir sind. Ehrlich gesagt würde ich mir etwas falsch dabei vorkommen, wenn ich den wichtigsten Teil meines Lebens verheimlichen würde. Was das angeht bin ich bestimmt etwas eigen, aber ich persönlich würde mir sehr falsch dabei vorkommen und hätte den Mädels gegenüber ein sehr schlechtes Gewissen.   

So, das lag mir auf der Seele! Denn nur weil wir Mütter sind müssen wir nicht dankbarst jeden noch so furchtbaren Job annehmen, denn wir sind gerade mit unseren Kindern so klasse und müssen weder uns, noch sie verstecken!!! 

In diesem Sinne drücke ich allen Arbeitssuchenenden ganz fest die Daumen! Ihr seid klasse und werdet bestimmt bald Euren Traumjob bekommen!!!

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4 Gedanken zu “Doppelmami on tour – Wir können alles {außer Hochdeutsch}!

  1. Erst mal herzlichen Glückwunsch liebe Ela, zum 2.! Staatsexamen! Mit 2! Kindern ist das nicht einfach. Aber wie du schon schreibst – man macht es eben – ohne nachzudenken oder abzuwägen. Ganz, ganz große Klasse!
    Die andere Seite hast du ja kennengelernt, leider. Einerseits sind Kinder ja sehr erwünscht, aber wohl nur, wenn sie im Hintergrund bleiben. Eine Mutter ist sicher nicht die bevorzugte Kanditatin wenn es um eine Einstellung geht. Denn es ist vorauszusehen, dass sie wohl öfter ausfallen wird, als jemand, der nur für sich verantwortlich sein muss. Und auch wenn die Kinder größer werden ist das nicht anders (Manchmal war KiGa bei mir einfacher, als jetzt wo sie schon „größer“ sind!). Das schlechte Gewissen drückt bei Berufstätigkeit manchmal schon sehr. Gerade in Zeiten wo man denkt, weder der einen noch der anderen Seite richtig gerecht werden zu können!
    Bei Einstellungsgesprächen sollte man aber wirklich das Private privat sein lassen. Familie ist Privatsache (ebenso beispielsweise das Pflegen von Angehörigen o.ä.). Sie gehört zu (hoffentlich)jedem dazu und in deinen Bewerbunbgsunterlagen steht die Existenz deiner beiden Süßen bestimmt drin. Aber sie steht im Job nicht im Vordergrund. Rücksichtnahme ist daher das Letzte was du erwarten solltest. Akzeptanz ist das was du erwarten kannst. Wenn das der Chef, die Firma, das Team nicht signalisiert, dann ist das die falsche Arbeitsstelle für dich! Es ist ganz sicher nicht der unproblematischste Weg den du gerade gehst, aber bestimmt wird er ein Ziel haben, mit dem du in deiner Situation glücklich sein kannst. Mit der Frage nach Flexibilität und Organisationstalent steckst du wohl alle MitbewerberInnen locker in die Tasche!o))
    Ich wünsch´dir ganz viel Erfolg bei deiner Suche! Genieße in der Zwischenzeit die gemeinsame Zeit mit deinen Mädels, denn unverhofft kommt ja bekanntlich oft und immer dann, wenn man es nicht erwartet!
    Ganz liebe Grüße sendet dir
    Nicole

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  2. Hallo Nicole,

    Vielen lieben Dank für Deinen Kommentar und das Daumen drücken. Ich habe bereits meine Traumstelle erhalten und freue mich schon sehr drauf.
    Ansonsten kann man die Themen bei einem Vorstellungsgespräch leider als Bewerber nicht wirklich beeinflussen und deshalb ist es echt schwierig die Familie außen vor zu lassen, gerade weil es für den potentiellen Arbeitgeber solch ein wichtiges Thema ist 😉

    Viele liebe Grüße, ela

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  3. Auch von mir liebe Ela Herzlichen Glückwunsch zum 2. Staatsexamen!!! Das hast Du klasse geschrieben und sprichst mir und vielen anderen sicher aus der Seele. Unsere Kinder sind nun mal das Wichtigste und man kann ganz sicher, wenn man den geeigneten Arbeitgeber hat, beides sehr gut unter einen Hut bekommen! Es muss halt nur passen! Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Erfolg bei Deiner Jobsuche und bin sicher, Du wirst bald den passenden gefunden haben!
    Ganz liebe Grüße sendet Dir
    Sarah

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