Doppelmami on tour – Und auf einmal kauften wir zwei rosa Spiegel {oder die Kunst der knallharten Zwischenlösungen}

Ich muss heute offen und ehrlich gestehen, dass ich ein Freund der knallharten Zwischenlösungen bin! Ja, ich weiß! Wie kann ich nur!?! Gerade von unserem kinderlosen Umfeld werde ich dafür auch immer sehr hart gerügt! Wie kann ich denn nur!?! Dann haut man einfach mal auf den Tisch, denn anders lernt das Kind das auch nicht!

Ach, wie laut ich bei solchen Äußerungen in mich rein lache! Ja, ich lache!!! Ich habe nämlich aufgehört mich über solche Äußerungen aufzuregen und wenn diese kinderlosen Personen selber Kinder haben lache ich jedes Mal laut auf und erinnere sie jedes Mal sehr gerne an ihre frühere Naivität!

Einfach mal auf den Tisch hauen und dann wäre alles gut. Wenn es so einfach wäre, hätten nicht 90% der Eltern (und 99% der Mütter) ständig das Gefühl ALLES falsch zu machen. Aber leider sind Kinder weder dumm, noch leicht zu lenken oder gar nachgiebig! Und was das kinderlose Umfeld auch nicht weiß ist, dass man im Gegensatz zu ihnen dieses Theater heute nicht zum ersten Mal hat.

Oh nein, solche kindlichen Kleinkriege kommen immer und immer hoch und man darf sich ihnen fast täglich stellen. Und das man mit solch einem Hintergrundwissen ganz anders reagiert, als wenn man dieses Theater heute zum ersten Mal hätte, ist eigentlich klar.

Und gerade weil man es ja kennt, muss man auch die jeweiligen Situationen unterschiedlich abwägen und im Bezug zu den anderen Vorfällen sehen. Ich weiß auch ganz genau, dass ich den Feen dafür, dass sie sich einen Keks geklaut haben, obwohl wir meinten, dass sie keinen mehr nehmen dürfen, eigentlich mit ihnen schimpfen und sie evtl. sogar bestrafen müssten. Eigentlich! Ganz sicher! Aber will ich das wirklich, nachdem ich in der letzten Stunde bereits geschimpft und „was weiß ich was“ eingezogen habe, weil sie die Tapete mit Creme ruiniert haben oder weil sie an einer Straße nicht an der Hand laufen wollten und man sie mit ihnen schimpfend irgendwie unterm Arm geklemmt aus der Gefahrenzone befreit hat. Und nun sitzt man da und weiß, dass man wegen diesen Kekses auch schimpfen müsste, aber man mag einfach nicht mehr schimpfen und im Vergleich zu den anderen Aktionen wirkt diese Keksgeschichte doch wirklich nichtig und ist es doch eigentlich nicht wert, dass man außer ein paar mahnender Worte, noch mehr unternimmt.

Zumindest sehen wir Eltern das, aber vom erholten und unbelastetem Umfeld hört man etwas ganz anderes. Ich bin der Typ, der gerne anfängt zu grübeln und auch immer gerne alles hinterfragt. Und so habe ich auch in dieser Situation noch einmal die Situation hinterfragt und bin wieder zu dem Entschluss gekommen, dass dieser Keks ein weiteres Schimpfen meinerseits nicht wert gewesen wäre.

Lieber habe ich etwas verzogene Kinder, als dass meine Feen ihre Kindheit mit einer dauerschimpfenden Mama verbringen müssen. Das muss ja auch nicht sein!

Aber wie das mit den rosanen Spiegeln kommen konnte, verstehe ich bis heute nicht und auch meine sonst immer sehr loyale Familie belächelt mich noch immer für diese Aktion! Vor allem HerrFliederfee hat heute entsetzt angemerkt, dass ich dran schuld sei, dass er jetzt diese furchtbaren Spiegel ertragen müsste. Aber was hätte ich denn machen sollen!?! Ok, das weiß ich natürlich, aber ich wollte es trotzdem nicht machen und muss nun mit den Konsequenzen {zwei kleine Feen, die sich ständig in ihren furchtbaren rosanen Prinzessinnen-Spiegel anschauen} leben.

Eigentlich wollte ich nur einen Block in einem Schreibwarenladen kaufen. Das stellte sich allerdings als wesentlich schwieriger vor als gedacht. Zum Einen weil es leider keine A6 Blöcke/Bücher mit Register und Verschluss zu geben scheint und zum Anderen, weil das nicht nur ein Schreibwaren-, sondern zu meiner großen „Freude“ auch noch ein Spielzeugladen war! Was für eine tolle Kombination! Und ich in diesem Kinderparadies alleine mit meinen beiden Mäusen. Ich hatte also keine Chance und nachdem ich fast eine halbe Stunde hinter ihnen her gerannt bin, sie ermahnt habe und ihnen Sachen weggenommen habe, wollte ich einfach nur etwas einigermaßen Passendes finden und wieder Heim! Für dieses Ziel hatte ich sie dann auch ein paar Minuten aus den Augen gelassen. Sie haben natürlich auch gleich die Prinzessinnen Abteilung gestürmt und sich alles geschnappt, was nicht niet- und nagelfest war. Wäre ja kein Problem gewesen, wäre nicht unsere MiniFee auf die Idee gekommen, anstelle des anschließenden Aufräumens einen Spiegel auszupacken.

Und so stand ich da mit einer KleinenFee, die brav aufgeräumt hatte und einer MiniFee, deren Spiegel wir nun kaufen musste und die mich anschaute, als würde sie mich fressen, wenn ich auch nur auf die Idee kommen würde ihr diesen Spiegel wegzunehmen. Leider weiß ich sehr gut zu was für Wutausbrüche die MiniFee neigt, wenn ihr etwas so wichtig ist und weggenommen wird. Und ich wusste auch, dass ich mit diesem Wutausbruch noch in drei weiteren Läden meinen Einkauf fortsetzen musste.

Also tat ich das, was jede halbwegs inkonsequente, aber stets bemühte Mama getan hätte: Ich habe zwei von diesen furchtbar hässlichen und teuren Spiegeln gekauft und mich anschließend mit zwei glücklichen Mädels auf den Heimweg gemacht! Ich wollte dieses Mal auch nicht weiter drüber nachdenken und habe mir eingebildet, dass es das wert war den ganzen weiteren Einkauf beobachten zu dürfen, wie meine beiden süßen Feen in ihrem Kinderwagen saßen und sich freudestrahlend in ihren Spiegeln bewundert haben.

Als Ausgleich gab es dann heute im Tierpark auch kein Souvenir aus dem Zoo-Shop. Zum Einen, weil dieses Kinderzeug richtig teuer ist und zum Anderen, weil ich diese Erwartungshaltung durchbrechen wollte. Das hat mich wahrscheinlich stärker mitgenommen als den Mädels, aber ich konnte dadurch mit dem guten Gewissen nach Hause gehen doch noch eine halbwegs konsequente und strenge Mutter zu sein.

Eure FamilieFliederfee

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Ein Gedanke zu “Doppelmami on tour – Und auf einmal kauften wir zwei rosa Spiegel {oder die Kunst der knallharten Zwischenlösungen}

  1. Also ich finde das echt nicht schlimm. Manchmal darf man ruhig auch mal nachgeben. Dafür hast du ihnen ja im Souvenirgeschäft vom Zoo nichts mehr gekauft. Und Kinderlose wissen sowieso alles besser, was Erziehung anbelangt ;-).
    vlg Martina

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